Da mach ich mich mal dran, die Ereignisse dieses Wochenendes chronologisch abzuarbeiten, bis Samstag-Morgen ward ihr ja informiert.
Das Kalbsfilet hat das Wasserbad gut überstanden und war tatsächlich innerhalb einer Stunde komplett aufgetaut.
Danach musste es ja sowieso wieder tauchen gehen, aber bei exakt 85° heißem Wasser. Allerdings hab ich das mit der Kerntemperatur von 56° jetzt absolut abgeschrieben, es hatte fast 70° und war im Kern noch grade so gut, einen Ticken mehr wäre noch besser gewesen. Aber das stellt man ja immer erst 4 Stunden später fest, wenn es seinen Kälteschlaf im Kühlschrank beendet hat.
Derweil hab ich die Soße zum Kalb gemacht und wirklich mit einem SEHR feinen Sieb passiert (sau-Arbeit) und Oli die Terrine angefangen. Gut, mit zwei Mann in dieser kleinen Küche hantieren IST ein Problem, da muss man schon das Gemüt von Mutter Teresa haben - der geneigte Leser ahnt es schon, das hab ich leider nicht ;-)
Mein Garde de Mange beim Terrine-machen:
Es folgten das Pimiento Fumet (= Soße zum Fisch), Polenta und das geeiste Champagner-Holunderblüten-Süppchen (was erst nach Gabe weiterer Gelantine (nachmittags um 4 noch gekauft) überhaupt ansatzweise gelierte).
Zwischendurch rannte ich ständig nach draußen, um zu schauen, was das Wetter macht aber ich musste mich wohl damit abfinden, dass wir die Sitzplatz-Frage erst kurz vor dem Abend lösen konnten.
Hier das Mise en Place mit dem einzigen Foto des gekräuteren Kalbsfilets:
Auch das ist kochen:
Am späten Nachmittag haben wir dann entschieden, dass wir den Tisch gefahrlos draußen decken konnten. Hier also der gedeckte Tisch
Und der Tisch für den Apero
Gäste trudelten ein, Stimmung gut, meine auch :-)
Kurz vor 8 haben wir dann mit dem eigentlichen Essen begonnen.
Zuerst das Kalbsfilet, was gut war, aber nicht so, dass ich das jemals noch mal kochen müsste. Ich glaube, die Gäste sahen das genauso ....
Der Hit war dann Olis Krebs-Garnelen Terrine mit Avocado, sehr lecker und wirklich was Besonderes, auch toll dazu Leas Brötchen die dieses Mal wirklich sehr gut gelungen sind (was sie nicht immer tun, manchmal kann man damit die Enten am Teich totwerfen (O-Ton Lea L.inster)
Den meisten Stress machte das Hauptgericht, ich hatte alle 4 Platten plus Ofen in Beschlag, das waren schon harte Minuten. Hier also Steinbeißer-Filet unter der Olivenkruste mit Polenta und Piemento-Fumet
Krönender Abschluß: das geeiste (und endlich gelierte) Champagner-Holunderblüten-Süppchen begleitet von Cremant mit Holunderblütensirup - auch laut unseren Gästen ein wirklich toller Genuß:
So langsam wurde es dunkel und wir haben den ganzen Garten (samt unserer schönen Kugel-Akazie) beleutet, es war so eine schöne, gelöste Stimmung und wir haben das Essen mit einem Espresso und der schon angesprochenen Etagere voller Rosen / Früchten / Parmeggiano-Würfelchen ausklingen lassen. Schade, dass ich da so beseelt war, dass ich keine Fotos mehr gemacht habe, es sah wirklich schön aus. Decken wurden an die Gäste aus der Stadt verteilt, die die rauhe Westerwälder Luft nicht gewohnt waren und gegen 1 verließen uns unsere Gäste - nach einem wirklich gelungenem Essen, mit kleinen Schönheitsfehlern.
Sabine WW - 6. Jul, 09:03